Matthias in der großen weiten Welt

Meine Toronto-Erlebnisse

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4.September
So ich bin mittlerweile gut hier in Kanada angekommen und werde in den nächsten Tagen auch ein paar Photos von Toronto ins Netz stellen aber leider habe ich es verpennt, mir am Flughafen einen Adapter für die kanadischen Steckdosen zu kaufen, so dass mein Notebook mittlerweile keinen Strom mehr hat. ...Also sitzte ich hier in der Robarts-Library der Uni von Toronto und muss alles noch ein wenig vertagen und ärgere mich über die amerikanische Tastatur!
Hier ist es im Moment ganz schön warm. Man trifft aber auch jeden Tag Austauschstudenten aus aller Welt z.B. aus England, den USA, dem nahen und fernen Osten und Australien. -Hat jemand von Euch schon einmal einen Schotten getroffen? Deren Englisch ist wirklich merkwürdig!
Gestern habe ich das erste Stückchen Kulturschock hinter mich gebracht, als auf einer der Barbecues vom hiesigen Auslandsamt alle nur Englisch gequasselt haben und zwar jeder gleichzeitig, mit und ohne Akzent und von allen Seiten, so ganz langsam gewöhnt man sich allerdings daran. Mein Zimmer ist leider nicht so schön geräumig, wie das in der Kirschallee in Poppelsdorf. Als ich am 1.September nach der langen Reise endlich in meinen neuen vier Wänden angekommen war, war ich auch leider etwas enttäuscht, denn es hat zu allen Üeberfluss auch gestunken! Zum Glück gibt es Chemie! Ich habe jetzt alles mit Febréze eingesprüht und mir eine Kaffeemaschiene gekauft, so dass es nun nach Kaffee riecht.
Die Amerikaner oder, ganz wichtig die Kanadier sind recht freundlich. Man muss dazufügen, dass es eigentlich gar keine richtigen Kandadier hier in Toronto gibt, denn die Stadt besteht aus Einwanderern aus China, Deutschland, Italien und Frankreich. Es ist schon vorgekommen, dass ich besser Englisch spreche, als die Verkäuferin hinter der Kasse!
Etwa einen Kilometer weiter in Richtung Ontario beginnt Chinatown. Am 2.September, was hier Labour Day ist habe ich mich mal alleine auf den Weg in Richtung Lake Ontario gemacht um die Gegend ein wenig zu erkunden, dabei bin ich durch Chinatown gekommen und war mir hinund wieder gar nicht so sicher ob ich nicht doch in Schanghai gelandet bin.
Es ist auch ineressant in der Zeitung einmal die Klimaverhandlungen, die gerade laufen, von der anderen, der amerikanischen Seite zu erleben. Die Kanadier sind der Meinung, dass ihnen viel zu viel abverlangt wird. Einige schreiben sogar, dass der Klimawandel sowieso nur ein Hirngespinst von irgendwelchen Wissenschaftern sei.
Schade ist, dass manche Kanadier sich scheinbar nichts unter der Stadt Bonn als "former capital of germany" vorstellen koennen, da sie anschenend gar nicht mitbekommen haben, dass Deutschand bis vor ein paar Jahren noch geteilt war. Ich erzähle ab jetzt immer ich wäre aus Cologne.

8. September
So, ich habe nun endlich meinen Computer ans Netz gebracht und auch gleich ein Photo von meinem Haus hochgeladen (siehe oben) Mein Haus ist das hinter dem Baum rechts von dem gelben Hydranten.
Ich wohne, wie man unter Umstäden erahnen kann in einer recht ruhigen Straße. In meiner Straße wimmelt es nur so von Eichhörnchen. Die sind im aber nicht so rotbraun, wie die europäischen, sondern eher schwarz. Bis zu meinem Institut sind es nur etwa 3min. denn es ist auch in der Huron Street. -Ich bin gespannt, denn morgen findet meine erste Vorlesung statt.
9.September
Auch Toronto hat ein 'Poppeldorfer Schloss'(siehe unten)...
12.September
Heute habe ich zusammen mit Florian, einem andern Physikstudenten aus Deutschland versucht, das Ende von Toronto zu finden. Wir sind mit den Rädern der Younge Street, die mit ihren ca. 2800 km übrigens die längste Straße der Welt gefolgt -und erst nach etwa 15 oder 16 km bzw. 1,5 Std. Fahrtzeit durch den Vehkehsdschungel von Toronto konnten wir in der Ferne ein paar bewaldete Hügel erkennen.
Florian hat nun versucht, an einer Tankstelle das Vorderrad seines Fahrrades mit einer Pumpe, wie man sie an den Tankstellen so findet aufzupumpen, doch nach ein paar Sekunden gab es einen lauten Knall und sowohl der Schlauch als auch der Mantel waren zerfetzt. -Was nun???
Wir hatten Glück, dass die nächste Filale von von 'Canadian Tire', dem kanadischen Gegenstück zu 'Knauber' nur etwa 500m entfernt war. So konnten wir das nötige Werkzeug und die Ersatzteile dort kaufen (52$ -so sehen die kanadischen Preise aus!!!).
Nach der Reparatur führte uns unser Weg durch einen der Vororte, wie man sie aus den amerikanischen Filmen kennt: riesige Einfahrten, jeweils zwei bis drei hochglanzpolierte Geländewagen und kein Mensch weit und breit.
Der Rückweg war nun wieder genauso stressig, wie der Hinweg -jede Menge Autoverkehr- aber irgendwie müssen die 4,5 Mio Torontians ja von A nach B kommen!
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14.September
Heute haben wir die Niarara-Fälle besichtigt.
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22.September
Ich glaube, ich habe die Kanadier schon einmal besser verstanden. Scheinbar ist mein Englisch etwas besser geworden, so dass man sich keine Mühe mehr gibt, langsam und deutlich zu sprechen.

23.September
Ich vemisse die Landstraßen in Westerwald und Siebengebirge! Dort riecht es nach Natur, man hört abends die Vögel singen und braucht keine Angst haben, von einem Auto überfahren zu werden. -Hier gibt es so ewtas wohl nicht...(siehe 12.September)

24.September
Heute hat sich das Athletic Centre (AC) wohl gegen mich verschworen! Ich hatte mich schon darauf gerfreut, im Strength and Conditioning Centre (SCC) etwas Dampf abzulassen, als sich herausstellte, dass meine T-Card -das ist der elektronische Studentenausweis in Scheckkartenformat hier an der U of T -nicht akzptiert wurde und ich das Drehkreuz am Eingang des AC nicht passieren konnte. Ich also zum Büro, wo ich dann eine halbe Stunde brav in der Reihe warten üben durfte. -Einfach klasse!
Dafür wurde mir nun aber auch freundlich weitergeholfen und nun bin ich im Besitz eines vorläufigen Ausweises aus Papier -wie vorsintflutlich. Manche Leute behaupten ja, bereits die Bäume wären ein Holzweg gewesen...
Endlich am SCC angekommen -was ist: LADIES ONLY, ich hätte wohl mal einen Blick in den Zeitplan werfen sollen! (Apropos, weibliche Türsteher können bestimmt dreimal so finster dreinschauen, wie ihre männlichen Kollegen)
Meine Lösung: "Matthias, wie wäre es denn mit ein paar Bahnen im Pool?" Ich also schnell nach Hause, Turnschuhe aus dem Rucksack, Badehose und Schwimmbrille rein und wieder schnell zum AC, den Aufpassern am Drehkreuz meinen Primitivausweis unter die Nase gehalten, zur Umkleide gehetzt, dann wieder durch das halbe AC zum 25yd Pool. -Hurray, ich bin im Wasser!
Und nun: Aus Deutschland bin ich es gewohnt, immer auf der rechten Seite der Bahn zu schwimmen. -Möchte man überhohlen, so gibt man kräftig Gas und zieht in die Mitte der Bahn, wird man selber überhohlt, so sollte man sich möglichst weit rechts halten. -So bin ich dann auch geschwommen und war prompt der Liebling des Bademeisters. Mein Problem was nur, dass ich seine Predigt, die er mir von seiner Kanzel aus hielt nun gar nicht verstanden habe und meine freien Interpretationen nicht unbedingt akzeptiert wurden. Letztendlch stellte sich folgendes heraus: In der Mitte der Bahn in die eine Richtung und am Rand der Bahn zurück. Also genau so, wie NIEMAND im Becken schwamm!
Nun habe ich ein wenig guten Willen gezeigt und habe für ein paar Minuten gezeigt, dass ich die kanadischen Verkehrsregeln verstanden habe und konnte dann wieder schwimmen wie gerade Platz war. -Wenn man bei uns seinen Führerschein macht ist es ja auch nicht anders!
Heute Abend habe ich mich mit Körnerbrötchen belohnt. (Mal was 'deutsches', Burger und kanadische Würstchen schmecken irgendwann nur noch nach Pappe, da hilft auch kein Ketchup)